Teil der Qualen eines frisch installierten Betriebssystems sind die 5 Minuten ohne Alternative zum Microsoft Internet Explorer, dem derzeit noch meistbenutzten (oder zumindest meistinstallierten) Programm zum Anzeigen von Webseiten. Der MSIE ist als Überlebender aus den “Ersten Browserkriegen” 1995-2000 hervorgegangen, er hatte nie ein eigenes Geschäftsmodell, nach dem Sieg über Netscape wurde die Entwicklermannschaft des MSIE auf fast Null heruntergefahren. Erst als aus den Trümmern des Netscape Navigator über Mozilla dann der Mozilla Firefox entstand, kam man bei Microsoft wieder in die Gänge.
Der gegenwärtige Versuch, mit der Innovation von KHTML/Webkit/Chrome und Gecko/Firefox mitzuhalten, nennt sich derzeit Microsoft Internet Explorer 8.0 beta (sowieso) 8.0.7000.0. Er klickt, nervt, ruckelt und rendert gruselig. Hier ein Beispiel vom aktuellen Rendertest Acid3:

Der Versuch des MSIE, etwas mit Standards anzufangen
Mit ganz viel gutem Willen kann man glauben, dass es entfernt mit der Referenz zu tun hat. Auch beim Ausführen von Javascript wird es nicht besser, aber das haben andere ausführlicher und kenntnisreicher schon kritisiert.
Für mich bleibt die Frage: Warum produziert Microsoft überhaupt noch einen Browser? Es würde doch reichen, auf Gecko-oder Webkit-Basis einen auf Microsoft gebrandeten Browser mitzuliefern, der dann all die tollen Technologien integriert, mit denen Microsoft derzeit das Web bereichern will, beispielsweise Silverlight. Um solche Dinge durchzusetzen, muss Microsoft eh andere Browser unterstützen, es entsteht also keine zusätzliche Arbeit.
Kennt jemand Gründe, warum Microsoft derzeit einen eigenen Browser mit eigenen Innereien fürs Rendern braucht und welche dieser Gründe unvereinbar wären mit einem stark angepassten Browser auf der Basis von Gecko oder Webkit?