Flattr ist wunderbar, es entkoppelt den Bezahl- vom Geldausgeben-Vorgang. Wer flattred (flättert?), gibt nicht mehr aus, als er eh schon am Monatsanfang berappt hat.
So langsam sickert Flattr auch bei Wikipedia rein, beispielsweise in den Upload-Kommentaren beim Medienrepository Wikimedia Commons:
|
Alexander Klink. If you enjoy this photo and have a Flattr account, I’d appreciate a flattr! |
Wäre es also nicht irgendwie naheliegend, wenn Wikipedia unter jeden Wikipedia-Artikel einen Flattr-Button packen würde? Folgende Gedanken schiessen mir zuerst – unsortiert und definitiv in irgendeiner Reihenfolge – in den Kopf:
- Privatsphäre: Wikipedia-Besucher sollen davon ausgehen können, dass die Privacy-Policy der Foundation eingehalten wird. Ein dynamisches Einbinden von Flattr-Buttons von einem von der Foundation unkontrollierten Flattr-Server scheidet also aus, weil dann ein Bewegungsprofil der Wikipedia-Leser entsteht, das grundsätzlich abgeschnorchelt werden kann.
- Kollaboration: Wem stehen Flattr-Gelder für einen Artikel zu, wenn an ihm 200 Autoren mitgeschrieben habe und man es so einrichten will, dass nicht die Wikimedia Foundation das Geld erhalten soll?
- Kannibalisierung: Klickquoten von 30 Eurocent pro Flattr sind ziemlich gut, aber liegen weit unter der durchschnittlichen Spendenhöhe für Wikimedia. Würde ein Flattr-Button einen Einbruch der Gesamtspendenhöhe an die Foundation bedeuten, wenn man es so einrichten will, dass die Wikimedia Foundation das Geld erhalten soll?
- Accounts: Wie viele der monatlich 300 Millionen Wikipedia-Leser haben einen Flattr-Account und wie viele könnten, wenn sie daran Interesse hätten, sich bequem einen besorgen, solange Flattr noch im Einladungs-Modus ist?
- Kommission: Mit 10% Kommission ist Flattr eher auf der ungünstigen Seite der Finanztransaktionssysteme, auch wenn die Vergleichbarkeit natürlich hinkt.