Super! DFB führt Konjunkturpaket für Anwälte ein!

February 22nd, 2009

In einem langen Blogposting erklärt Jens Weinreich, warum er nun doch Spenden für seinen Rechtsstreit mit dem unglaublichen DFB-Demagogie-Experten Theo Zwanziger annimmt. Bisher haben zwar die Gerichte zugunsten von Weinreich entschieden, aber in dieser Situation bleibt er auf einigen (eigenen) Anwaltskosten sitzen, von Verdienstausfall und emotionaler Belastung ganz zu schweigen.

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Literatur kubikzentimeterweise

February 21st, 2009

Vor mir liegt “Dieter Hildebrandt: Die Neunte. Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs” als Hardcover aus dem Hanser-Verlag. 512g schwer, 376 Seiten lang mit viel Text und ein paar Bildern. Als PDF kämen wir bei sorgfältiger Komprimierung mit Bildern ungefähr auf ein Megabyte, ohne vielleicht 300 KByte.

Das “N” in Die Neunte ist ungefähr 1,5 cm hoch. Genauso wie eine dieser modernen microSD-Karten mit derzeit maximal 16 GByte Speicherkapazität. 1 Gramm schwer. Grob gerechnet und mit plusminus eine Zehnerpotenz vermutlich 16.000 Bücher, deutlich leichter als der Schutzumschlag für ein physisches. Wer es jetzt unfair findet, den 1g schweren Speicher mit dem ganzen Buch zu vergleichen, nimmt halt noch ein Lesegerät dazu, die wiegen knapp 300g.

Seit der Vorstellung der ersten microSD-Karten  ist der Preis pro Gigabyte etwas über den Faktor 100 gefallen, je nach Datenlage. Im September 2005 gingen 64, 128 respektive 256 MB-Karten für 17.99, 22.99 und 64.99 US-Dollar über den Tresen. Heute sind wir bei 14,79 für eine 8 GByte-Karte. Genauere Marktdaten können diese Entwicklung etwas feiner darstellen. Ist man jetzt einmal so naiv und führt die Reihe weiter, stehen Ende 2012 Speicherkarten dieser Größe mit einer Kapazität von einem halben Terabyte für ungefähr 10 Dollar im Regal. Wer kein Moore-Optimist ist, kann einfach hilfweise von 100 GByte für 25 Euro ausgehen, die Details sind unerheblich.

Das Jahr 2013: Die Kosten für einen tragbaren Datenspeicher, der den Bestand einer gut sortierten mittelgroßen Bibliothek von vielleicht fasst, werden auf dem Niveau einer Kino-Eintrittskarte liegen.

Natürlich können wir alle viel verschwenderischer werden und hochauflösende Bilder, Rohdaten, Audiotracks, Begleitsoftware und kleine Videoschnipsel einbinden. Aber selbst dann werden wir nicht arm werden, den kompletten Bestand lieferbarer Bücher aller deutschen Verlage zu speichern, wenn, ach wenn da nicht die leidige Frage nach der Bezahlbarkeit der Inhalte selbst stünde. Langendorfs Dienst gibt den durchschnittlichen Preis eines verkauften Buches bei knapp 10 Euro an. Wir können davon ausgehen, dass der Durchschnittspreis aller angebotenen Bücher darüber liegen wird. Auch hier wieder, die mehr als nur die Größenordnung ist ja letztlich egal, ein grober Überschlag (für das Jahr 2012):

  1. Kosten für ein Ebook-Lesegerät: 300 Euro
  2. Kosten für eine oder mehrere Speicherkarten für den kompletten Bestand aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher: unter 100 Euro
  3. Kosten für den Erwerb von je einem Buch aus dem VlB: irgendwas um die 10-20 Millionen Euro

Unberücksichtigt sind Weltwirtschaftskrisen, Systemwechsel der Wirtschaftsordnung oder die Einführung einer Kulturflatrate. Teile davon könnten aber mitunter hilfreich sein, um 2012 herum als Nichtmillionär eine solche Speicherkarte füllen zu können, ohne sich strafbar zu machen.

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Karmic Koala – schneller booten und so weiter

February 20th, 2009

Mark Shuttleworth hat seine Vorschläge für Ubuntu 9.10 alias Karmic Koala vorgestellt. Drei “features” sind dabei explizit genannt:

  1. Server sollen Amazon-Dienstleistungen wie EC2 besser nutzbar machen
  2. Desktops sollen optisch schöner booten
  3. Desktops, insbesondere Netbooks sollen schneller booten:
    “The goal for Jaunty on a netbook is 25 seconds, so let’s see how much faster we can get you all the way to a Koala desktop.”

Das Ziel von 25 Sekunden für einen Kaltstart auf einem Netbook halte ich für sehr ambitioniert, ohne händische Verbesserung ist man derzeit mit einem Booten von einer SD-Karte mit knapp einer Minute dabei. Aber es sind ja noch fast zwei Monate bis zum eigentlichen Erscheinen von Jaunty / Ubuntu 9.04.

Man sieht sich also in 8 Monaten wieder.

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Fragen an Frau Falk, derzeit unbeantwortet

February 19th, 2009

Frau Falk, Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, findet, dass es unverantwortlich ist, gegen die Zensurinfrastruktur zu argumentieren, die unsere Familienministerin derzeit implementieren lassen will. Ihre Ansichten wecken durchaus Interesse bei abgeordnetenwatch.de und sorgen für Nachfragen:

  1. Sachliche.
  2. Präzise.
  3. Informative.
  4. Elementare.
  5. [nachtrag 20.02.2009:] Hintergründige.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Fragesteller hier eine Antwort in der Geschwindigkeit erhalten werden, wie die Pressemitteilung herausgeschickt wurde. Zu jeder Frage kann man sich registrieren lassen und erhält eine Email-Benachrichtigung, sobald Frau Ilse Falk oder ihre Mitarbeiter geantwortet haben.

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Zeitschriftentodeslisten, anyone?

February 18th, 2009

Von Retromedia.de kennen wir die wunderbare Tradition des Zeitschriften-Nekrologs. So etwas ist – zumindest wenn man rechtliche Fragen ignoriert – natürlich noch viel spannender bei in die Zukunft gerichteten Listen. Helfer ist hier die allseits bekannte Finanz- Wirtschafts und Weltsinnkrise, die in den letzten Wochen ein paar prominente Opfer gefordert hat. Sie wird beitragen, dass durch die erhöhte Ablebefrequenz mehr “Zufallstreffer” möglich sein werden.

Dank IVW hat man ein paar Hinweise (jeweils Quartal 4, 1998 vs. Quartal 4, 2008 – Verkauf)

  • Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten: 163.836 vs 134.098
  • Abendzeitung Gesamt: 180.124 vs. 142.952
  • Die Aktuelle: 504.689 vs. 371.507
  • AMICA: 314.979 vs. 161.785
  • und so weiter

Hat jemand eine Liste der Zeitungen und Zeitschriften, die in den nächsten 42 Wochen den Weg des Irdischen gehen werden? Wenn ja, bitte veröffentlichen zur allgemeinen Erheitung.

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Heavy Metal auf Finnisch

February 17th, 2009

Wer derzeit in der kompletten Wikipedia suchen will, hat es nicht leicht. Die konkrete Suchanfrage muss mitunter für viele Sprachen neu angepasst werden, in der Regel auch bei Namen. Wenn ich alle Inhalte über Helmut Kohl in Wikipedia finden will, hilft mir natürlich beispielsweise bei google folgende Anfrage:

Helmut Kohl site:wikipedia.org

Wer will, kann auch nach “Helmut Kohl” suchen und findet dann keinen “Helmut Josef Michael Kohl” mehr, dafür auch keinen “Helmut Fischer und Johannes Kohl”.

Der Artikel הלמוט קוהל in der hebräischen Wikipedia wird nur gefunden, weil in der Infobox auch seine Schreibweise auf lateinisch steht. 34 andere Treffer gehen unter und werden erst via

"הלמוט קוהל" site:he.wikipedia.org

gefunden. “” sind auch hier wieder Geschmackssache.

Mit einer Zeile in der Shell kann man aus einem einzelnen Dump der Wikipedia eine Liste der Interwikilinks extrahieren, die bei dieser Übersetzungsarbeit hilft. Das Resultat ist dann ungefiltert und hilft bei vielen Begriffen recht angenehm weiter:

Sozialstaat
    ca:Estat del benestar
    cs:Sociální stát
    en:Welfare state
    eo:Sociala Ŝtato
    es:Estado Social
    et:Heaoluriik
    fi:Hyvinvointivaltio
    fr:État-providence
    gl:Estado social
    he:מדינת רווחה
    it:Welfare state
    ja:福祉国家論
    ko:복지국가
    nl:Welvaartsstaat
    nn:Velferdsstat
    no:Velferdsstat
    pl:Państwo opiekuńcze
    pt:Estado do bem-estar social
    ru:Социальное государство
    sk:Štát blahobytu
    pl:Cătălin Hîldan
    ro:Cătălin Hîldan

Und jetzt sind wir eigentlich schon mittendrin in dem typischen Anwendungsszenario:

  1. Ich tippe meinen Suchbegriff ein (z.B. Keuchhusten)
  2. Der Suchbegriff wird in x Sprachen übersetzt ( en:Pertussis, es:Tos ferina, fi:Hinkuyskä,fr:Coqueluche,he:שעלת,hu:Szamárköhögés..)
  3. Zu jedem Paar der Übersetzung wird in der Wikipedia-Sprachausgabe gesucht: Keuchhusten site:de.wikipedia.org, Pertussis site:en.wikipedia.org, Tos ferina site:es.wikipedia.org…)
  4. Die Suchtreffer werden zurückübersetzt (en, es, hu) und in einer gemeinsamen Trefferliste dargestellt.

Nicht nur darum freue ich mich auf die Arbeit von Daniel.

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Meine Fragen an Ilse Elisabeth Falk (CDU/CSU) zu Kinderpornointernetsperren

February 16th, 2009

Heute hat Ilse Elisabeth Falk, MdB, eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie ihrer Kollegin von der Leyen ein wenig Unterstützung aussprechen will für ihre Pläne, auch im Internet aktiv bei Kinderporno wegzusehen. Ich habe versucht, einen Telefontermin mit Frau Falk zu bekommen, bin aber leider gescheitert (es gebe wenig zu besprechen, solange noch nichts beschlossen sei. Mein Einwand, dass gerade dann ein Gespräch sich lohnt, drang nicht so sehr durch). Also habe ich bei abgeordnetenwatch.de ein paar Fragen an Frau Falk eingestellt:

Sehr geehrte Frau Falk,

Sie haben heute eine Pressemitteilung (http://www.ilse-falk.de/_ilsefalk/Album/4ddb8a86-7940-453f-a699-978131a650ff.pdf) versenden lassen, in der Sie das “Störfeuer” gegen die Einführung von Internetsperrlisten in Deutschland kritisieren. Zur Ausgestaltung dieser Sperrlisten habe ich nachfolgende Fragen an Sie. Dabei interessiert mich primär Ihre persönliche Ansicht, welche Regelung Sie bevorzugen.

1. Auf welche Weise sollen die Listen auf mögliche Fehler überprüft werden, konkret auf nicht-kinderpornographische Seiten, die irrtümlich auf diese Liste geraten sind?

2. Welche Entschädigungsregelung bevorzugen Sie für die Inhalteanbieter und Internetkunden, die irrtümlich gesperrt wurden?

3. Sollen auch kinderpornographische Seiten in die Sperrliste aufgenommen werden, die in Ländern stehen, in denen eine strafrechtliche Verfolgung der Anbieter möglich (und erfolgversprechend) ist, beispielsweise Deutschland, Frankreich oder Finnland?

4. Auf welche Weise vollen Sie verhindern, dass die einmal errichtete Infrastruktur für die Sperrung von Webseiten auch für andere Zwecke außer Kinderpornographiesperrung eingesetzt wird, also zum Beispiel Urheberrecht, Markenrecht oder Rechtsextremismus?

Für Ihre Antworten bedanke ich mich sehr herzlich bei Ihnen.

[update: Die Frage kann derzeit nicht gestellt werden, weil derzeit schon eine - leider sehr polemische - Frage zu dem Thema bei abgeordnetenwatch an die Abgeordnete Falk steht.]

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Gesichtete Versionen auf de.wikipedia.org: Feine Sache

February 15th, 2009

Philipp Birken hat auf wikide-l einen Bericht über die Gesichteten Versionen verteilt:

Am 4. Februar waren alle Artikel der deutschsprachigen Wikipedia mindestens einmal gesichtet. Seitdem müssen also nur noch Neuanlagen von Nichtsichtern angeschaut werden. Im Schnitt waren es vorher über 1.000 erstmalige Markierungen von Artikeln pro Tag, diese kommen nun  den Nachsichtungen zu gute, so dass die Anzahl an Seiten mit noch nachzusichtenden Änderungen in einer Woche von fast 13.000 auf um die 5.000 gefallen ist (siehe http://toolserver.org/~aka/cgi-bin/reviewcnt.cgi?lang=german&action=images&project=dewiki letztes Bild). Wichtiger ist, dass die maximale Wartezeit von 16 Tagen auf nun unter 7 Tage gefallen ist, womit wir uns endlich in einem akzeptablen Bereich bewegen. Ziel ist es, diese Zahl bis Dienstag auf  5 Tage zu drücken  (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gesichtete_Versionen/Nachsichtung).  Der Median, wann eine Änderung eines Nichtsichters als gesichtet markiert wurde, bewegt sich weiterhin im Stundenbereich.

Fettdruck von mir.

Daten über den aktuellen Zustand findet man bei aka.

Vorschläge zum Mithelfen in der Wikipedia.

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Interview in Radio Fritz / Trackback

February 14th, 2009

Heute rief Radio Fritz an und bat mich um ein Interview zu der vdLeyen-Internetsperridee.

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Aus der Hüfte geschossener Feature-Wunsch

February 13th, 2009
  1. Ein Nutzer nimmt mit dem G1 ein Bild eines Plakates mit einem Text einer ihm unbekannten Sprache auf.
  2. Das G1 sendet das Bild als JPG an den Server
  3. Auf dem Server läuft eine Texterkennung. Text und Position des Textes werden extrahiert
  4. Übersetzungssoftware erkennt die Sprache des Textes (ggf. unterstützt durch GPS-Daten des Senders) und übersetzt den Text in die Sprache des Sende-Gerät-defaults
  5. Der Server überschreibt den Originaltext im Bild des Senders mit der Übersetzung an den Sender zurück.
  6. Alle sind glücklich, wieder eine Kommunikationsbarriere überwunden.

Wie viele Patente wurden jetzt gebrochen?

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