Archive for February, 2009

Aus der Hüfte geschossener Feature-Wunsch

Friday, February 13th, 2009
  1. Ein Nutzer nimmt mit dem G1 ein Bild eines Plakates mit einem Text einer ihm unbekannten Sprache auf.
  2. Das G1 sendet das Bild als JPG an den Server
  3. Auf dem Server läuft eine Texterkennung. Text und Position des Textes werden extrahiert
  4. Übersetzungssoftware erkennt die Sprache des Textes (ggf. unterstützt durch GPS-Daten des Senders) und übersetzt den Text in die Sprache des Sende-Gerät-defaults
  5. Der Server überschreibt den Originaltext im Bild des Senders mit der Übersetzung an den Sender zurück.
  6. Alle sind glücklich, wieder eine Kommunikationsbarriere überwunden.

Wie viele Patente wurden jetzt gebrochen?

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Eine Bundestagsunterausschussdebatte twittern

Thursday, February 12th, 2009

Für etwas mehr als zwei Stunden hat heute der Unterausschuss Neue Medien im Deutschen Bundestag ein paar Experten zu der Frage der “rechtlichen und technischen Möglichkeiten und Grenzen von Sperrungsverfügungen kinderpornopgraphischer Inhalte im Internet” angehört. Ich habe die Sache in Teilen getwittert und MarkusRalf hat darauf auf netzpolitik.org hingewiesen.

Von der Angelegenheit selbst (Internet plätten) einmal abgesehen, eigenet sich twitter überhaupt für so etwas? Eher nein.

  • Die Tastatur des G1 ist okay, um mal im Spazierengehen ein paar Gedanken zu verschriftlichen. Sie ist nicht okay, um eine Debatte angemessen mitzustenographieren.
  • Man landet darum immer bei ein paar Satzfetzen, die vor allem für diejenigen verständlich sind, die eh schon die Sitzung verfolgen.
  • Man lenkt sich selbst ab
  • Es gibt fast sofort schnelles und wertvolles Feedback, wenn man zum Beispiel “erkeo” hört und die Follower einen dann schnell auf Perkeo korrigieren
  • Schon vor dem Ende einer Veranstaltung kann man gewisse Stichworte streuen und hat damit einen Vorsprung bei der Berichterstattung. Für mich eindrucksvoll war, dass bereits nach 12 Minuten das Wort “Urheberrecht” in der Kinderpornosperrdebatte fiel. Zehn Minuten später haben andere von außerhalb diesen Hinweis aufgegriffen, also mehr als 100 Minuten vor dem Schluss der Debatte.

Twitter *könnte* dann hilfreich sein, wenn man zusätzlich noch Resourcen hat: Komplett-Transkript des Gesagten plus einen Audio-Feed, um Helfer von zu Hause zu aktivieren.

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Der Bundestag und die Sinoisierung des Internets

Wednesday, February 11th, 2009

Morgen ab 15:30 Uhr läuft im Deutschen Bundestag, Unterausschuss Neue Medien, eine Anhörung zum Thema Internetfilter für alles mögliche Böse, insbesondere Kinderpornographie.

Die Experten für dieses Thema sind:

  • Dr. Guido Brinkel, Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM)
  • Prof. Dr.-Ing. Hannes Federrath, Lehrstuhl Management der Informationssicherheit, Universität Regensburg
  • Dr. Dieter Frey, Frey Rechtsanwälte, Köln
  • Jürgen Maurer, Direktor beim Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  • Elke Monssen-Engberding, Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), Bonn
  • Friedemann Schindler, Leiter Jugendschutz.net, Mainz
  • Oliver J. Süme, Rechtsanwalt und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., Köln/Hamburg

Mir liegt noch die Brandenburgische Justizministerin Blechinger im Ohr, wie sie mir erklärt, dass ihr auch die Sperrung legaler Inhalte egal sei, solange auch gleichzeitig all das, was sie für KiPo hält, zwar nicht aus dem Netz verschwindet, aber zumindest für diejenigen unsichtbar wird, die es eh schon nicht ansehen wollten. Vermutlich hat sie kein Unrechtsbewußtsein ob dieser Ungeheuerlichkeit, bestenfalls war es nur Ausdruck von Ahnungslosigkeit, dass das Internet auch für sinnvolle Dinge genutzt wird.

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Ein Wilhelm mehr oder weniger

Tuesday, February 10th, 2009

Am 8. Februar 2009 fügt ein nicht angemeldeter Benutzer dem künftigen Wirtschaftsminister einen weiteren Namen zu: Wilhelm.

Diese nach heutigem Wissen offenbar unrichtige Angabe hält sich lange genug, dass der Name es in die Nachrichten schafft. Und damit für Wikipedia zur Quelle avanciert.

Bildblog lässt einen anonmen Gastautor ein paar Zeilen dazu schreiben, enthalten sind auch Links auf all diejenigen Seiten, die den Wilhelm übernommen haben. in der Summe also ein Remake der Sache mit dem Bundespräsidenten, den Fußballweltmeisterinnen und dem Bügelbrett.

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Netzpolitik veröffentlicht WD-Gutachten zu Netzsperren

Monday, February 9th, 2009

Auf netzpolitik.org gibt es nun eine Kopie des Gutachtens der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zu den Netzsperren. Danke, Markus.

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CRS. Change. And Stuff.

Sunday, February 8th, 2009

Meet the Congressional Research Service. Das ist so etwas wie eine Lexikonredaktion nur für US-amerikanische Parlamentsabgeordnete.

Wikileaks hat einen riesen Haufen an Gutachten aus dem CRS online gestellt. Das bundesdeutsche Äquivalent dazu sind die Wissenschaftlichen Dienste im Bundestag. Beiden Textquellen ist gemein, dass sie hochaktuell, gut geschrieben, faktenbasiert und ziemlich unbeeindruckt von kurzfristigen politischen Trends oder Mehrheitsverhältnissen sind. Die Unterschiede sind, dass CRS-Dokumente gemeinfrei sind, aber leider bis zum Wikileaks-Upload dem Zugriff der Öffentlichkeit entzogen waren. Umgekehrt findet man auf bundestag.de durchaus Dokumente der Abteilung WD, aber leider nicht unter freier Lizenz oder gemeinfrei.

Weder frei noch einsehbar ist derzeit ein Gutachten über Internetfilter, das bei einigen Journalisten schon angekommen ist. Markus von Netzpolitik bittet um eine Kopie zum Veröffentlichen. Bis nächsten Freitag sollte das Dokument so oder so zugänglich sein.

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Freidrehendes Kopplungsmanœuvre

Saturday, February 7th, 2009

Geht ein Mann zu einem Schnellimbiss und bestellt einen Hamburger für 4,49 Euro, der gerade so groß im Schaufenster angepriesen wird. Der Verkäufer lächelt und sagt, man bedauere, man verkaufe keinen Hamburger, sondern nur ein Verköstitungsabo, das dann aber nur noch einen Euro koste. 24 Monate Laufzeit und soviel essen, wie man möchte, für 2,49 Euro im Monat. Bei mehr als einem Hamburger pro Monat gäbe es allerdings nur noch Reis und keine Hamburger mehr.

Der Kunde ist erstaunt und fragt nach, warum draussen jener Hamburger für 4,49 Euro angeboten werde. Das, so entgegnet der Verkäufer, sei nunmal der Preis, den der Hamburger kostete, würde man ihn ohne Verköstigungsabo verkaufen. Was man nicht mache. Der Möchtegern-Käufer bittet darum, den Vorgesetzten zu sprechen. Dies erledigt der Verkäufer. Nach Rücksprache mit der Chefin sagt der Verkäufer, man wolle nun doch den Hamburger für 4,49 Euro verkaufen, allerdings nur in Kombination mit einer Verköstigungsversicherung, Mindestlaufzeit 3 Monate. Allerdings gäbe es da ein Problem, der Hamburger sei zu neu und man wisse nicht, in welche Risikoklasse dieser Hamburger bei der Berechnung der Versicherungsprämie falle. Frühestens in zwei Tagen könne man sagen, wie viel dies kosten werde. Das Angebot, provisorisch die höchste Risikoklasse anzunehmen und zuviel gezahltes Geld rückzuerstatten, wird ausgeschlagen, dies lasse die Verkaufssoftware nicht zu.

An dieser Stelle verlässt der Kunde den Verkaufsraum, zweifelnd, ob dieser seinem Namen wirklich verdient.

Schade, denn man sagte mir, dass diese neuen Hamburger gar nicht mal schlecht sind.

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Ohne Anerkenntnis eines Lehrenziehens….

Friday, February 6th, 2009

Eben kam ein Rückruf von einem “ Sprecher der Bahn“. Man (also er, dessen Name er nicht genannt haben wollte) bestätigte mir, dass es keine weiteren juristischen Schritte gegen “diesen Blogger”, also Markus Beckedahl von Netzpolitik.org geben wird. Markus hatte auf seinem Blog ein Memo aus dem Büro des Berliner Datenschutzbeauftragten zu den Vorgängen bei der Deutschen Bahn veröffentlicht.

Die Position der Deutschen Bahn (heute, Freitag 13:30 Uhr, sowas kann ja schnell anders sein mit den Positionen) lautet also wie folgt:

  • Die rechtliche Bewertung der Bahn ist unverändert, also “Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen” durch die Veröffentlichung des Memos.
  • Man habe die Abmahnung als ein Mittel erachtet, um dieses Memo aus dem Netz zu bekommen.
  • Dieser Versuch ist ja nun offensichtlich gescheitert.
  • Man werde darum von weiteren Versuchen absehen, das Memo mit juristischen Mitteln offline zu bekommen.
  • Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.

Die Rückfrage, ob die Deutsche Bahn, Mehdorn oder jemand anderes von den Verantwortlichen sich bei Markus für die geraubte Zeit und die Mühen entschuldigen wird, habe ich mir wegen Aussichtslosigkeit erspart. Genauso wird wohl auch die Bahn sich nicht bei der Öffentlichkeit dafür entschuldigen, dass sie diese ihrem Recht berauben wollte, sich ungehindert zu informieren.

Dass man jetzt formal weiter darauf beharrt, im Prinzip ja das Gesetz auf seiner Seite zu haben (Geschäftsgeheimnisse und so), dieses aber nur aus opportunistischen Gründen nicht mehr einfordern zu wollen, macht die Sache nicht besser.

Als Intensiv-Bahnfahrer habe ich diesen Unsinn mitfinanziert, insofern gibt es dafür eine Entschuldigung von mir. Mal sehen, was die Angestellten am Schalter sagen, wenn ich beim nächsten Kauf einer Fahrkarte eine Verpflichtungserklärung zur Unterschrift vorlege, die Einnahmen aus dem Verkauf der Fahrkarte an mich nur für die Bereitstellung von Transportdienstleistungen zu verwenden und nicht für die Verfolgung von Bloggern und anderen Repräsentanten des erweiterten vierten Standes.

Kann man denn jetzt ein wenig hoffen, dass die Deutsche Bahn und andere Unternehmen in Zukunft auf solche Dinge gleich von Anfang verzichten und ihre juristischen Kettenhunde im Zwinger lassen? Sicher, die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Vermutlich liegt es jetzt auch zu einem Teil an der Nachbereitung durch die Blogosphäre und den Rest der Medien, diese Affaire im kollektiven Gedächtnis zu verankern. Alternative Handlungsansätze gibt es ja auch aus Sicht der Bahn genug: Zum Telefonhörer greifen und sagen, was man will, von Mensch zu Mensch. Einer der Punkte, die der erwähnte Sprecher der Bahn in meinem ersten Telefonat mit ihm mehrfach betonte, war ja, dass die Bahn sich unfair dargestellt sah, weil in diesem Memo des BlnBDI nicht die eigene Position erwähnt wurde. Das Mittel der Wahl dazu hätte ein Leserbrief, ein Blogkommentar oder ein Hintergrundgespräch für Markus sein können. Oder einfach mal den Mund halten und hoffen, dass morgen die nächste Sau durch Bloggersdorf getrieben wurde (Vorschlag an Markus zum Visualisieren: Sag mal, wie viele Leute das Memo vor der Abmahnung gelesen haben und wie viele nachher).

Uneingeschränkter Lesetipp: Antwort der Rechtsanwälte von Markus Beckedahl an die Deutsche Bahn.

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Dafür gibt es Informationsfreiheitsgesetze doch, oder?

Thursday, February 5th, 2009

Anfrage an den Berliner Datenschutzbeauftragten (deswegen):

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begehre Auskunft zu folgenden Fragen:

* Welche Gespräche zwischen den Angestellten des Berliner Datenschutzbeauftragten und Mitarbeitern der Deutschen Bahn AG über die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit der Network Deutschland GmbH gab es außer dem Treffen am 28. Oktober 2008?

* Welche Dokumente wurden zu diesem Thema beim BlnBDI angelegt?

* Welche Unterlagen befinden sich derzeit zu diesem Thema in den Händen des BlnBDI?

Ich bitte um die Zusendung einer Kopie dieser Dokumente, einschließlich etwaiger Memos, die bei einem Treffen am 28. Oktober 2008 angelegt wurden.

Sollten für diese Beantwortung und Bearbeitung meiner Anfrage Kosten nach dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz anfallen, die die Summe von 20 Euro übersteigen, bitte ich um vorherige Mitteilung.

Sollte aus rechtlich zwingenden Gründen eine Schwärzung von Teilen der Unterlagen vor Zusendung nötig sein, bitte ich Sie, mir diese Gründe auch mitzuteilen. Mit einer Teillieferung von Dokumenten bin ich ebenfalls einverstanden und übernehme hierfür entstehende zusätzliche Portokosten.

Sollten Sie im Rahmen dieser Anfrage nach §14 (2) [Berliner Informationsfreiheitsgesetz] der Deutschen Bahn AG oder anderen Betroffenen jene zweiwöchige Frist zur Äußerung einträumen, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis an mich.

Mit freundlichen Grüßen,
Mathias Schindler

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Wikipedia hat 256 Sprachausgaben zu viel (perspektivisch)

Wednesday, February 4th, 2009

Jetzt einmal unterstellt, es gäbe eine technisch hochwertige Übersetzungsfunktion von Sprache A nach B, die automatisch reproduzierbar und auf dem Niveau eines Muttersprachlers Übersetzungen bereitstellt. Wozu bräuchte man dann noch zwei oder mehr verschiedene Sprachausgaben von Wikipedia, wenn jeder in seiner eigenen Muttersprache lesen, editieren und kommentieren könnte? Alle Sprachausgaben sind vom neutralen Standpunkt getragen, die Anbindung einer Sprache an eine bestimmte Nation, Region oder Kultur ist sowieso eher unerwünscht. Warum dannn die Verschwendung, die 60 Experten zu einem Nischenthema auf 257 Sprachausgaben zu verteilen?

Und auch ohne die oben erträumte Software, die es jetzt noch nicht gibt und die wohl eher Dekaden als Jahre dauern wird: Wäre es nicht hilfreich, viel mehr Text finden zu können, ohne sich um die Quellsprache des Dokumentes kümmern zu müssen?

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