Archive for January, 2009

Britannica wird Britannica

Saturday, January 24th, 2009

In den Medien geistert gerade eine Meldung herum über eine künftige Erweiterung der Software von britannica.com, einer Seite mit Inhalten von Encyclopaedia Britannica. (Zahlende) Leser sollen darüber etwas zielgerichteter Feedback geben können über die Inhalte dieses Nachschlagewerkes.

Vor vier Jahren hat sowas auch Encarta eingeführt (nicht, dass etwas daraus wurde). Meyers Lexikon hat ähnliche Methoden, um die Vorschläge von seinen Nutzern einzubinden, nach MediaWiki nutzt man dort inzwischen Confluence.

Im Blog von Britannica findet sich der zaghafte Versuch, diesem medialen Wind so etwas wie Substanz beizufügen. Unter anderem verweist man auf den Text der inzwischen recht alten Ankündigung, die weiterhin Gültigkeit habe – vor allem, weil bis heute nichts von den Ankündigungen in die Tat umgesetzt wurde.

Anlass für die Presse, wieder auf dieses Thema einzusteigen, war wohl ein Redebeitrag des Britannica-Frontmannes Jorge Cauz auf einer australischen Konferenz. Jorge, jener komische Kauz, ähnelt mitunter den Vertretern deutscher Nachschlagewerkversuche, indem er die Schuld für das bisherige Versagen auf Google schiebt, die in einem Akt von a) Unkenntnis b) Ignoranz c) Verschwörung lieber auf Wikipedia linken als auf die eigenen Seiten:

“If I were to be the CEO of Google or the founders of Google I would be very [displeased] that the best search engine in the world continues to provide as a first link, Wikipedia,” he said.”Is this the best they can do? Is this the best that [their] algorithm can do?”

If I were to be the CEO of Encyclopaedia Britannica or its editor in chief, I would be very displeased that one of the oldest modern encyclopedias continues to provide conspiracy theories instead of insight. Is this the best they can do? Is this the best their PR department can do?

In einer kurzen Analyse von Hitwise wird nahegelegt, dass die meisten Leute nicht bei spezifischen Suchbegriffen auf den EB-Seiten landen, sondern weil sie “Encylopedia” gesucht haben. Wer echte Fragen hat, geht wohl lieber auf die Seiten, die statt Werbebannern und Zahlungsaufforderungen Antworten bieten.

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Bücher in “Libreka!”

Friday, January 23rd, 2009

Die Büchervolltextsuchmaschine “libreka!” des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels enthält derzeit um die 88.000 Titel. Ich habe die Liste der ISBN-Angaben mit den aus der Wikipedia referenzierten Angaben verglichen, es gibt 12531 Übereinstimmungen. Insgesamt referenziert die deutschsprachige Wikipedia 230.000 unterschiedliche ISBN-Sätze.

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Microsoft versucht neuen Rekord im Kundenverprellen

Thursday, January 22nd, 2009

Bei PC Pro gibt es ein witziges Interview mit Hugh Griffith, Microsoft-Manager, über die Wiedereinführung von DRM bei Musikverkäufen für mobile Endgeräte. Ich gehe mal davon aus, dass Griffith den offiziellen Auftrag bekommen hat, den Karren mit dem größtmöglichen Knall gegen die Wand zu fahren. Sie versuchen erst gar nicht mehr, DRM als “der Kunde profitiert davon”-Bonus zu verkaufen oder die übelsten Auswirkungen von DRM zu verschleiern.

Question: If I buy these songs on your service – and they’re locked to my phone – what happens when I upgrade my phone in six months’ time?
Anwer: Well, I think you know the answer to that.

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Jahrbuch reloaded

Thursday, January 22nd, 2009

Auf meta.wikimedia.org wird seit 2004 an einer Liste gebastelt, die derzeit genau 1000 Einträge umfasst: Artikel, die jede Wikipedia (-Sprachausgabe) haben sollte. Man kann durchaus mit guten Gründen das Ziel, eine für die ganze Welt, alle Sprachen und Länder und Kulturen “verbindliche” Liste von 1000 Basis-Artikeln zu definieren durchaus kritisieren, ganz zu schweigen von der konkreten Umsetzung. Die aktuelle Liste “Version 1.1″ umfasst derzeit Artikel folgender “Rubriken”, wenn man die Kategorienwahl der Autoren dieser Liste als Maßstab nimmt:

  • 216 Biographien
  • 40 Geschichte
  • 148 Geographie
  • 77 Gesellschaft
  • 150 Kultur
  • 245 (Natur-)Wissenschaft
  • 71 Technologie
  • 31 Nahrungsmittel
  • 22 Mathemathik

Auch hier kann man ordentlich herumkritisieren, etwa an dem eindimensionalen Verständnis einer Kategorienzuweisung für einen einzelnen Artikel.

Das schöne an einer in einer Sprache verfassten Liste von 1000 der approximativ “zentralsten” Artikel ist, dass die Chancen steigen, möglichst viele dieser Artikel einer jeweiligen Sprache zu finden. Das Werkzeug der Wahl ist dabei die Interwikilink-Liste. Wer will, kann sie sich auch herunterladen. Eine erste Aufwertung findet sich auch, die Liste der Sprachen, sortiert nach dem Zustand dieser 1000 Artikel. Dieser Ansatz riskiert, jene Artikel zu übersehen, die zwar in einer Sprache schon existieren, aber noch nicht in der englischsprachigen Wikipedia verlinkt sind.

Mit einer solchen halbwegs stabilen Liste kann man auch den Jahrbuch-Ansatz noch einmal neu aufziehen: Nicht die Artikelnamen ändern sich, sondern die Inhalte werden jeweils neu gerendert. Für ein großartiges Werkzeug für diese Aufgabe halte ich wahlweise PrinceXML oder die collections-MediaWiki extension. Ersteres hat den Vorteil, sehr schöne Resultate zu liefern, collections hingegen ist unter einer freien Lizenz verwendbar.

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Neuer Datensatz der deutschsprachigen Wikipedia

Wednesday, January 21st, 2009

Unter download.wikimedia.org findet sich seit 2 Stunden ein neuer Satz (“dump”) der deutschsprachigen Wikipedia.

Zusammen mit dem großartigen Tool von Lars Aronsson zur Auswertung sind damit ein paar sehr schöne Auswertungen von Tabellen- bzw. Template-Inhalten möglich.

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Betriebswirtschaftliche Farbenlehre

Tuesday, January 20th, 2009

Wenn das letzte Jahr ein “schwarzes Jahr” war, ist dann die Bilanzzahl “schwarz” oder “rot”?

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Obama-Präsidentschaft: Beta

Tuesday, January 20th, 2009

In den USA finden gerade die Feierlichkeiten zur Amtseinführung von Barack H. Obama statt, nach dem inzwischen gefühlt fünfunzwanzigsten Gebet steht ein wenig Essen auf dem Tisch des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und seiner geladenen Gäste.

Derweil wurde auch whitehouse.gov aktualisiert.

Bilanz nach 25 Minuten: Komplettversagen in der Teildisziplin einheitlicher Informationen:

Bild 1: Der Präsident hat noch keine Proclamation herausgegeben.

proclamation-briefing-room

Bild 2: Der Präsident hat doch schon eine Proclamation herausgegeben.

proclamation-blog

Bild 3: Nein, doch nicht.

proclamation-404

So leicht kann man hohe Erwartungen erschüttern.

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DECT wird Mainstream, heute abend im Webstream

Tuesday, January 20th, 2009

Frontal21 bringt zur Post Prime Time einen kleinen Beitrag zu den Forschungsarbeiten des dedected.org-Teams. Richtig schön menschelnd:

Ein Beispiel: Tews und seine Kollegen schneiden – nach vorheriger Absprache – ein Telefonat in der Martins-Apotheke mit: “Aber die Frau H. ist so krebskrank, die braucht das Medikament ganz dringend” sagt da die Apothekerin Jutta Hechel – und ist entsetzt, als die Forscher ihr später den Mitschnitt demonstrieren. “Das ist doch unglaublich”, sagt sie. Täglich gebe sie sensible Patientendaten weiter. Dass ihr Telefon so leicht geknackt werden kann, sei für sie nicht hinnehmbar.

Geknackt? So weit ist man doch noch gar nicht.

Erich Kamperschroer vom DECT-Forum kommt auch zu Wort, könnte hohen Comedy value haben.

Link zum Livestream. 21:00 Uhr.

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Kein Wunder von Leipzig

Tuesday, January 20th, 2009

Radio Mephisto 97.6 meldet, dass die Schließung des Standortes Leipzig bei Brockhaus und die Entlassung von 60 Redakteurinnen und Redakteuren nicht durch die Gewerkschaft verhindert werden konnte. Plan B ist nun, noch das beste in Form von Abfindungen herauszuholen.

Zwar bestehe eine Betriebsvereinbarung, nachdem der Standort bis Ende 2009 gesichert sein soll. Diese ist jedoch nicht wasserdicht, so der Betriebsrat weiter.

Diese Betriebsvereinbarung war meines Wissens die “Gegenfinanzierung” von Arbeitszeitverlängerung und Gehaltsverzicht. Den Kollegen ist zu wünschen, dass die Abfindung wenigstens ein wenig in die Nähe der Summe rückt, auf die sie bis jetzt verzichten mussten, weil sie von der Hoffnung auf eine “wasserdichte” Beschäftigungsgarantie eingeknickt sind.

Wer will, findet die Formulare zum Verdi-Beitritt im Netz.

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New York Times schreibt über die Bundesarchiv-Kooperation

Monday, January 19th, 2009

Noam Cohen schreibt in der New York Times:

Last month, in what is believed to be the largest donation online of “free” photographs — that is, unrestricted for commercial or noncommercial use — the German national archive uploaded nearly 100,000 historical photographs to the Wikimedia Commons, the virtual archive for material used in Wikipedia articles.

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