Das Bayerische Justizministerium teilt mit, dass das Amtsgericht München die Beschlagnahmung von Teilen der “Zeitungszeugen” angeordnet:
Justizministerin Beate Merk unterstützt das Vorgehen der Strafverfolger: “Die Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda wird hier billigend in Kauf genommen. Die Beilagen sind aus dem Mantelteil der Zeitung leicht herausnehmbar. Sie liegen lose bei. Sie können aus dem Zusammenhang gerissen und von Neonazis missbraucht werden. Für eine geschichtliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ist eine solche Gestaltung nicht notwendig.”
Danke, Frau Merk, dass Sie mir sagen möchten, was für eine geschichtliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung notwendig ist und was nicht. Unbestritten, die Zeitungszeugen kann man kritisieren. Es findet zu wenig Erläuterung der eigentlichen Zeitungen statt, es sind zu wenige Ausgaben um ein bestimmtes Ereignis, die Qualität der Reproduktion ist mitunter eher schwach. Ob man dafür Geld ausgeben möchte, sei aber bitte dem jeweiligen Käufer überlassen – nicht der bayerischen Justiz oder dem bayerischen Finanzministerium als Inhaberin der Schickelgruber-Urheberrechte.
Ein paar Zeitungsartikel dazu, aus dem Netz gefischt.
- Der Westen, 23. Januar 2009: Nachdruck von Nazi-Zeitungen umstritten
- Die Tageszeitung, 24. Januar 2009: Ta-Ta-Ta-Taa-Tataaaa!
Tags: Bayern, Zeitungszeugen