In den Medien geistert gerade eine Meldung herum über eine künftige Erweiterung der Software von britannica.com, einer Seite mit Inhalten von Encyclopaedia Britannica. (Zahlende) Leser sollen darüber etwas zielgerichteter Feedback geben können über die Inhalte dieses Nachschlagewerkes.
Vor vier Jahren hat sowas auch Encarta eingeführt (nicht, dass etwas daraus wurde). Meyers Lexikon hat ähnliche Methoden, um die Vorschläge von seinen Nutzern einzubinden, nach MediaWiki nutzt man dort inzwischen Confluence.
Im Blog von Britannica findet sich der zaghafte Versuch, diesem medialen Wind so etwas wie Substanz beizufügen. Unter anderem verweist man auf den Text der inzwischen recht alten Ankündigung, die weiterhin Gültigkeit habe – vor allem, weil bis heute nichts von den Ankündigungen in die Tat umgesetzt wurde.
Anlass für die Presse, wieder auf dieses Thema einzusteigen, war wohl ein Redebeitrag des Britannica-Frontmannes Jorge Cauz auf einer australischen Konferenz. Jorge, jener komische Kauz, ähnelt mitunter den Vertretern deutscher Nachschlagewerkversuche, indem er die Schuld für das bisherige Versagen auf Google schiebt, die in einem Akt von a) Unkenntnis b) Ignoranz c) Verschwörung lieber auf Wikipedia linken als auf die eigenen Seiten:
“If I were to be the CEO of Google or the founders of Google I would be very [displeased] that the best search engine in the world continues to provide as a first link, Wikipedia,” he said.”Is this the best they can do? Is this the best that [their] algorithm can do?”
If I were to be the CEO of Encyclopaedia Britannica or its editor in chief, I would be very displeased that one of the oldest modern encyclopedias continues to provide conspiracy theories instead of insight. Is this the best they can do? Is this the best their PR department can do?
In einer kurzen Analyse von Hitwise wird nahegelegt, dass die meisten Leute nicht bei spezifischen Suchbegriffen auf den EB-Seiten landen, sondern weil sie “Encylopedia” gesucht haben. Wer echte Fragen hat, geht wohl lieber auf die Seiten, die statt Werbebannern und Zahlungsaufforderungen Antworten bieten.
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