Archive for January, 2009

Google hat heute seinen Microsoft-Tag

Saturday, January 31st, 2009

Seit 24 Stunden geht es bei Google hier und da durcheinander:

  1. Google News liefert regelmäßig Aussetzer
  2. Das halbe Internet wurde als “may harm your computer!” klassifiziert.
  3. Gmail sortiert Emails von Bekannten in den Spamordner (nichts neues) mit dem Hinweis, man vermute, die Email stammte gar nicht von dem jeweiligen Bekannten (neu).

Diese drei Phänomene sind vermutlich nicht zusammenhängend, für Punkt 2 gibt es inzwischen eine Erklärung: / wurde als Malware eingestuft.

Doch keine Lyrik: Bundeskartellamt “will mehr wissen”

Friday, January 30th, 2009

Laut reuters hat das Bundeskartellamt ein paar offene Fragen zu der Übernahme von Brockhaus-Marken- und Nutzungrechten durch Wissen Media/InmediaOne]/Arvato, die eigentlich in ein paar Tagen vollzogen werden soll. Reuters sagt, das Bundeskartellamt wolle “mehr wissen”, wobei sie ja bei einem Lexikonverlag an der richtigen Stelle sind:

“Wir haben wettbewerbliche Bedenken”, sagte eine Sprecherin am Freitag Reuters. Deshalb leiteten die Kartellwächter eine vertiefte Prüfung der Übernahmepläne ein.

Damit ist auch meine Aussage falsch und naiv gewesen, die Anmeldung beim Kartellamt für Lyrik gehalten zu haben. Gebranntes Kind scheut aber nicht das Feuer: Die Aussage, jetzt tatsächlich ergebnisoffen prüfen zu wollen und nicht am Ende dem ganzen Ding grünes Licht zu geben, halte ich für Lyrik :)

lexikonredaktion@meyers:~$ shutdown -h now?

Thursday, January 29th, 2009

Sind vier edits an einem Werktag ein Hinweis darauf, dass hier gerade ein Lexikonbetrieb heruntergefangen wird?

Artikel Benutzer Datum
Fernsehen (Tabellen) von Lexikonredaktion vor 5 Stunden
Leo Kirch (Personen) von Lexikonredaktion vor 5 Stunden
DSF (Sachartikel) Sport von Lexikonredaktion vor 5 Stunden
Tschudowo von Lexikonredaktion vor 10 Stunden
Island (Staat) von Lexikonredaktion 28 Jan
Island (Staat) von Lexikonredaktion 28 Jan
Hans Glinz (Personen) von Lexikonredaktion 28 Jan
John Updike (Personen) von Lexikonredaktion 28 Jan

[update 30. Januar: Anzahl der edits heute schon x > 0]

MDR FIGARO auf der Suche nach guten Lektoren

Thursday, January 29th, 2009

Das Schwerpunktthema beim Radiosender MDR FIGARO zum Thema Brockhaus-Drama in Leipzig ist bislang eher mau. Der Moderator der Morgensendung brachte seine Anmoderation von Faktenwissen unbeeindruckt vor, fabulierte etwas davon, dass Brockhaus erst 2008 mit der Enzyklopädie online gegangen sei. Vielleicht finden ja ein paar FAB-Autoren bei FIGARO Unterschlupf, den Sachverstand und die Leistungsfähigkeit könnte man dort sicher brauchen. Um 18 Uhr könnte es nochmal ein Highlight mit dem UB-Leiter Schneider geben.

Teile der Beiträge (auch aus früheren Tagen) sind online bei mdr.de anhörbar.

MDR über das Leipziger Brockhaus-Drama

Wednesday, January 28th, 2009

Am “29. Oktober” (sie meinen 29. Januar, morgen) nimmt der Radiosender MDR FIGARO Notiz von dem, was im eigenen Ländle in Sachen Brockhaus abgeht.

Wenn Wissen nicht mehr zwischen zwei Buchdeckel passt | MDR.DE.

6 bis 9 Uhr auf MDR FIGARO: Brockhaus-Mitarbeiter in Leipzig
13-13:30 Uhr: “Lexikon oder Internet” (soll das ein Gegensatz sein?)
18-19 Uhr: Ulrich Johannes Schneider über das große Ganze

Na endlich, Gmail nun auch mit Gears

Wednesday, January 28th, 2009

An Neujahr fragte ich in meinem Blog, wo denn Gmail+Gears bleibt und listete ein paar Zeitungsberichte auf, die alle auf beliebige Tage in der Vergangenheit spekuliert hatten. Nun ist es offenbar an der Zeit und schrittweise werden zuerst die englischsprachigen Accounts nach und nach umgestellt, berichten übereinstimmend diverse Blogs.

Danke, und jetzt bitte noch eine Version von (Google) Gears für Shiretoko.

Britannica deja

Tuesday, January 27th, 2009

Auf Börsenblatt.net gibt es das erste Interview mit einem Britannica-Vertreter in einem deutschsprachigen Medium zu den angekündigten Erweiterungen auf britannica.com. Im Prinzip wird das umgesetzt, was bei MSN Encarta vor drei Jahren ausprobiert wurde: Nutzer können Vorschläge für Verbesserungen in Artikeln machen, das Feedback-Formular enthält dabei schon den Artikel, den man dann entsprechend umgestalten kann. Weit entfernt also von dem Redaktionsmodell eines Meyers-Lexikon Online.

Die im Interview für mich interessanten Aussagen:

  • Versionsgeschichte: “In einem Extra-Abschnitt nennen wir alle Autoren und machen die Änderungshistorie sichtbar”
  • Umsatz durch Abo: “Seit drei Jahren machen wir mit unserem Online-Angebot mehr Umsatz als mit der Print-Version.”
  • Relaunch: “Der Relauch von britannica.com ist für Mitte Februar geplant.”

Siemens informiert seine Kunden über DECT-Mithörmöglichkeiten

Monday, January 26th, 2009

Siemens hat seine Webseite um Fragen und Antworten zum Thema “Können Menschen mein DECT-Telefon anzapfen?” erweitert.

Die Antwort lautet: Ja, mein Telefon kann abgehört werden, aber das ist gar nicht so schlimm, weil es unwahrscheinlich ist.

Diese Antwort ist meines Erachtens richtig, es ist vermutlich in Deutschland wahrscheinlicher, von anderen Diensten abgehört zu werden als von jemandem, der eine Dosch + Amand Com-On-Air PCMCIA-Karte gekauft und sich von dedected.org die Treiber heruntergeladen hat.

  • Die meisten Gigaset-Telefone senden laut Siemens verschlüsselt (Kein Wort darüber, wie sicher die Verschlüsselung ist)
  • Wer ein DECT-Telefon abhören will, braucht laut Siemens detaillierte technische Kenntnisse, eine der erwähnten DECT-Karten und die Software von dedected.
  • Sicherheit entstehe laut Siemens dadurch, dass es illegal sei, Telefonate abzuhören. Außerdem sei es laut Siemens bereits schon illegal, Software “zum Zwecke des Abhörens von DECT-Telefonen” herzustellen oder zu verbreiten.
  • Und weil es eben komplex und meistens verschlüsselt und illegal und nochmal illegal sei, sei die Gefahr des Abhörens eben gering. Sehr gering.

Außerdem steht noch, dass der Einsatz von DECT Repeatern nur durch Abschaltung der Verschlüsselung möglich sei.

Freie Lizenzen schützen auch die Nicht-Nachnutzer

Monday, January 26th, 2009

Lycos iQ, das ist eine Frage- und Antwort “Community”. Die Idee von Lycos iQ ist, möglichst kostenlos an viel Text zu gelangen und dann Werbebanner zu verkaufen. Dadurch ist die Rolle der “Community” bereits vorgegeben: Stellt Fragen, schreibt Antworten und klickt auf unsere Banner.

Mein bisher einziger Kontakt war auf einem Podium mit einem Lycos Europe-Manager, der dann am Rande nach einigem Nachfragen angeben musste, dass zu wenige Menschen Fragen stellten und man durch bezahlte Kräfte nachhelfen müsse.

Am 25. Februar 2009 wird Lycos iQ UK dichtmachen. Frankreich, Niederlande und Dänemark ebenso, schreibt das deutsche Lycos iQ Rumpfsupportteam:

LYCOS iQ wird in Deutschland und Schweden (Spray iQ) auf unbestimmte Zeit erstmal weitergeführt. Leider können wir noch keinen genauen Zeitpunkt benennen, aber wir halten euch selbstverständlich weiterhin auf dem Laufenden.

Ich interpretiere das als “der Zeitpunkt der Schließung von Lycos iQ Deutschland und Schweden ist noch nicht bekannt und nicht, wie im Blog erträumt, dass die beiden tatsächlich weitergeführt werden. Diese Lesart wird zumindest in einem anderen Blog zwar nicht geteilt, aber auch dort ist sowas wie Ernüchterung spürbar. Ich wusste bisher nicht, dass überhaupt so viele Leute an der Seite hängen.

Die – für einen Nutzer – höchst unbefriedigende Situation entsteht unter anderem durch die Fehlentscheidung, Inhalte in so einer Weise zum Gebrauch zu überlassen, die eine Weiternutzung durch Dritte von der Genehmigung durch Lycos abhängig macht. Würden sich jetzt also 5 oder 50 iQ-Menschen finden, könnten sie maximal ihre eigenen Texte dort einbringen – im Endeffekt also wieder von vorne anfangen (warum auch immer man dies tun wollte). Die entsprechenden Nutzungsbestimmungen dazu lauten in den AGB:

Mit der Eingabe von Inhalten zur Veröffentlichung in einem öffentlich zugänglichen Bereich eines Lycos Dienstes ermächtigen Sie Lycos durch Gewährung eines weltweiten, kostenlosen, unbefristete, nicht exklusiven, inhaltlich unbegrenzten Rechts, einschließlich des Rechts zur Gewährung von Unterlizenzen dazu, die Inhalte sowie Auszüge daraus zu vervielfältigen, zu übertragen, öffentlich zugänglich zu machen und darzustellen, zu bearbeiten, zu zitieren, in Sammlungen und Emails zu integrieren und zu verteilen.

Hätten die Nutzer ihre Inhalte unter cc-by-sa gestellt, hätte Lycos iQ weiterhin alles tun können, was man auch jetzt schon tat, mit dem Unterschied, dass auch Dritte die Inhalte hätten nachnutzen können, beispielsweise für den Nachbau von Lycos iQ zu einem Zeitpunkt, da das Original in Schutt und Asche liegt.

Bayern entscheidet sich, tote Nazis zu bekämpfen

Sunday, January 25th, 2009

Das Bayerische Justizministerium teilt mit, dass das Amtsgericht München die Beschlagnahmung von Teilen der “Zeitungszeugen” angeordnet:

Justizministerin Beate Merk unterstützt das Vorgehen der Strafverfolger: “Die Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda wird hier billigend in Kauf genommen. Die Beilagen sind aus dem Mantelteil der Zeitung leicht herausnehmbar. Sie liegen lose bei. Sie können aus dem Zusammenhang gerissen und von Neonazis missbraucht werden. Für eine geschichtliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ist eine solche Gestaltung nicht notwendig.”

Danke, Frau Merk, dass Sie mir sagen möchten, was für eine geschichtliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung notwendig ist und was nicht. Unbestritten, die Zeitungszeugen kann man kritisieren. Es findet zu wenig Erläuterung der eigentlichen Zeitungen statt, es sind zu wenige Ausgaben um ein bestimmtes Ereignis, die Qualität der Reproduktion ist mitunter eher schwach. Ob man dafür Geld ausgeben möchte, sei aber bitte dem jeweiligen Käufer überlassen – nicht der bayerischen Justiz oder dem bayerischen Finanzministerium als Inhaberin der Schickelgruber-Urheberrechte.

Ein paar Zeitungsartikel dazu, aus dem Netz gefischt.