Archive for December, 2008

“Die Stunde der Stümper”

Thursday, December 25th, 2008

Einmal im Monat sucht ein Journalist einen der Berufsoppositionellen. Das ist Medienpluralismus, auch bei der Einführung von Gasbeleuchtung in Straßen gab es Mahner und Kritiker, die das Ende der Welt vor sich sahen.

Und einmal im Monat, wenn ich an einer Podiumsdiskussion teilnehme, bekommt man dann den Verweis auf die Berufsoppositionellen vor den Latz. Manchmal entschuldige ich mich dafür, dass es leider bisher nur so nöhlende und unbrauchbare Kritiken gibt und nichts richtig Fesselndes. Sowas wie einen Karl Marx der Internetökonomie, der in einem Epos (“Das Digital“) aufdröselt, warum was nicht funktioniert und gar nicht funktionieren kann.

Bis dahin sind wir mit Kalauern gestraft wie

In die Online-Plattform haben wir sehr viel investiert, aber dann gemerkt, dass das Online-Geschäftsmodell für eine größere redaktionelle Einheit, die Inhalte recherchiert, nicht tragfähig ist.

Herr Granseyer, da hatten sie wirklich Glück, dass sie nicht von einem a) kritischen b) Journalisten in einem c) echten d) Nachrichtenmagazin e)befragt wurden.

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283.855,62 Dollar in 24 Stunden

Wednesday, December 24th, 2008

Gestern hat die Wikimedia Foundation in ihrem laufenden Spendenmarathon einen von Jimmy Wales unterzeichneten Brief veröffentlicht, in dem er um Spenden bittet.

Der Effekt ist beeindruckend.

In 24 Stunden nahm die Wikimedia Foundation die Rekordsumme von 283.885 US-Dollar ein. 

Danke!

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Europeana mal wieder online

Monday, December 22nd, 2008

Vor ein paar Tagen ist – diesmal ohne pompöse Pressemitteilung und Pressekonferenz in Brüssel – die Mediensuchmaschine Europeana online gegangen. Im Moment kann der Benutzer in ungefähr 3,5 Millionen Dateibeschreibungen suchen. 

Bzw. in Teilmengen davon, denn Volltext ist ja meist abhängig von einer Sprache:

Kein Problem also, das nicht grundsätzlich gelöst werden könnte beispielsweise durch den Einsatz von Normdaten.  Bis dahin muss jemand, der wirklich eine Übersicht über ein Thema haben möchte, alle Suchanfragen in allen Sprachen stellen, zu denen er Inhalte vermutet. Europäische Verhältnisse also.

Die sonstigen Beschränkungen von Volltextsuche gelten ebenfalls, so ist die Suche nach “Wikipedia” völlig unbrauchbar. Bei einigen Records ist nicht erkennbar, warum sie bei der Suche nach “Wikipedia” gefunden werden.

Wie für Suchmaschinen üblich liegen keine Inhalte auf Europeana, es wird jeweils nur auf die Quelle verlinkt. Man kann dann nur hoffen, dass die Inhalte noch so online sind, wie sie damals von Europeana indexiert wurden.

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Wenn jemand Post von Ernst Uhrlau bekommt, Web 2.0 edition

Sunday, December 21st, 2008

Wikileaks hat auf seiner Seite einen Eintrag mit “German spy chief threatens Wikileaks“.

Kurzgefasst: Wikileaks will eine Email vom BND-Präsidenten Ernst Uhrlau bekommen haben, der auf die Entfernung aller BND-bezogenen Dokumente von Wikileaks drängt.

Auf Wunsch verteilt das Team von Wikileaks die Email-Konversation.

Die erste Email soll von “leitungsstab IVBB-BND-BIZ/BIZDOM” bzw. leitungsstab@bnd.bund.de kommen. Die Uhrzeit ist Dienstag  16. Dezember 2008 um 13:13 Uhr. Header der Email lagen mir nicht vor. Der Text ist in englischer Sprache mit Formulierungen, die vor allem dann Sinn ergeben, wenn es sich um einen deutschen Muttersprachler handelt. In der mit “Ernst Uhrlau, President of the Bundesnachrichtendienst” signierten Mail wird um den Block einer Option gebeten, einen (als VS) klassifizierten Bericht herunterzuladen. Es seien die Rechtsberater bereits eingeschaltet worden, um die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung zu prüfen.

In einer undatierten Email antwortet das “Sunshine Press Legal Office”, man habe mehrere BND-bezogene Berichte und bitte darum präziser zu sein.

In einer undatierten von “Ernst Uhrlau” signierten Email (Absender: leitungsstab@bnd.bund.de)  schreibt der Autor, es gehe um den BND_kosovo_intelligence-report._22_Feb_2005 und das Attachment dazu. Man bitte höflich darum, diese Datei sofort zu löschen und alle Dateien und Berichte mit Bezug zum BND ebenso zu entfernen. Ansonsten würde man sofortige Strafverfolgung anstreben.

In einer undatierten Email antwortet das Legal Office, signiert durch einen “Jay lim”, man bitte um Informationen, nach welchen Richtlinien oder Gesetzen die Publikation dieses Dokumentes eine strafbare Handlung in a) Deutschland und b) Schweden sei.

Nach Auskunft von Wikileaks ist bisher keine weitere Antwort erfolgt.

Die Antwort auf die letzte Frage könnte beispielsweise a) §106 UrhG lauten. Dokumente des BND sind mitunter urheberrechtlich geschützt. Wer ohne die Erlaubnis des Urhebers (bzw. Inhabers der Nutzungsrechte) dieses Werk verbreitet oder öffentlich zugänglich macht, kommt mit den Vorschriften des deutschen Nebenstrafrechts in Konflikt. Ob das nun eine Verschlussache oder eine Imagebroschüre des BND ist, ist in dieser einen Frage nebensächlich.

Die andere Seite ist natürlich, ob sich der BND, so denn er oder zumindest Herr Uhrlau wirklich hinter der Email steckt, einen Gefallen tut, ein 3 Jahre altes und bereits weithin über die Grenzen seiner Organisation verbreitetes Dokument wieder aus dem Netz zu entfernen. Wikileaks hat bereits Erfahrung darin, Dokumente im Netz zu halten und EFF, crytome und alle anderen Interessierten werden im Zweifel mithelfen, dass es nie wieder auch nur kurzfristig nicht irgendwo zu finden sein wird. Die beste Methode, noch mehr Aufmerksamkeit auf Wikileaks und das Dokumente zu lenken, wären tatsächliche juristische Schritte des BND gegen Wikileaks.

Die Gefahr ist dabei für den deutschen Auslandsgeheimdienst noch größer: All die BND-Dokumente, die noch nicht auf Wikileaks zu finden sind und in den letzten 10 Jahren in Pressehintergrundgesprächen, Fraktionssitzungen oder Ausschusssitzungen an einen überschaubaren Personenkreis herausgegeben wurden, könnten ihren Weg nach Wikileaks finden, wenn nur genügend Menschen erst von dieser Seite und dem selbstgewählten Ziel erfahren. Es spricht einiges dafür, dass man sich in Pullach dieses Problemes bewusst ist – jedenfalls dann, wenn die Email tatsächlich von Ernst Uhrlau kommt.

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Landtagswahl 2009 in Hessen: Der Predictor

Monday, December 15th, 2008

Am 18. Januar 2009 bekommen die wahlberechtigten Bürger Hessens die Belohnung für die Knobelaufgabe, die sie letztes Jahr den Landtagsabgeordneten aufgegeben haben.

Von allen fünf Parteien, die Aussichten auf Einzug in den 18. Hessischen Landtag haben, liegen nun die Landeslisten vor:

Die einzigen beiden Parteien mit Aussicht auf Direktmandate sind CDU und SPD. Dies macht die Vorhersage der künftigen MdLs etwas schwieriger als bei FDP/B90/DL, die sich komplett aus ihrer Landesliste speisen.

Frage: Gibt es schon irgendwo einen Simulator, der basierend auf den möglichen und realistischen Ergebnissen der Wahlkreise eine Berechnung durchführt, welche Landeslistenmitglieder von CDU und SPD Aussicht auf ein Mandat haben? 2008 waren dies 15 SPD-Genossen und 14 CDU-Parteifreunde.

Und ja, ich bin verwöhnt durch amerikanische Verhältnisse.

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Über die Kooperation mit dem Bundesarchiv

Monday, December 15th, 2008

Am 4. Dezember haben wir in Berlin die Kooperation zwischen Wikimedia Deutschland und dem Deutschen Bundesarchiv vorgestellt. Der erste öffentlich sichtbare Schritt ist der Upload von knapp 100.000 Bildern auf Wikimedia Commons unter cc-by-sa Lizenz.

10 Tage später gibt es dank der Zugriffsstatistiken auf Wikimedia Commons eine grobe Übersicht, wie gut das Angebot angenommen wird.

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Grünbuch-Stellungnahme von Wikimedia Deutschland

Sunday, December 14th, 2008

Wikimedia Deutschland hat nun seine Stellungnahme zum Grünbuch der Kommission zum Urheberrecht in der wissensbestimmten Wirtschaft veröffentlicht und darüber gebloggt. It has been a pleasure.

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